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Neurologie & Psychiatrie

Funktionelle (allgemeine) Syndrome: Diagnose

Funktionelle (allgemeine) Syndrome

Definition

Funktionelle Syndrome sind Beschwerdebilder mit unterschiedlicher Organsymptomatik, ohne dass organpathologische Veränderungen nachgewiesen werden können.

Die WHO klassifiziert im ICD-10 diese Beschwerdebilder auch als somatoforme Störungen, wenn eine psychosoziale Ursache für die Beschwerden zu finden ist. Da die Ursachen aber oft nicht eindeutig geklärt sind, bevorzugen manche den Begriff "funktionelle Syndrome". Dieser Begriff orientiert sich am klinischen Bild und lässt sowohl biologische, psychologische, soziale Ursachen oder deren Kombinationen zu.

Diese funktionellen Syndrome haben nicht alleine wegen ihrer Prävalenz medizinische Bedeutung, sondern auch wegen der häufigen Konsultationen medizinischer Einrichtungen. So zeigte eine dänische Studie, dass bei beinahe 20 % der "high user" einer medizinischen Einrichtung die Beschwerden keiner somatischen Erkrankung zugeordnet werden konnten.

Nach Uexküll dürften in einer durchschnittlichen Allgemeinpraxis 40 bis 60 % der Patienten unter funktionellen Beschwerden leiden.

Ursachen

Die Ursachen für die funktionellen Störungen sind noch nicht völlig geklärt. Heute geht man von multifaktoriellen Modellen aus, wobei biologische Veranlagung, erworbene Reaktionsweisen und psychosoziale Faktoren und deren Interaktion die funktionellen Störungen am besten erklären können.
Wichtig ist es auch, die psychiatrische Komorbidität zu beachten.

Klinik

Aufgrund der Lokalisation und durch die verschiedenen Fachbereiche wurden viele funktionelle Syndrome definiert:

 

Die Vielfältigkeit der Beschwerden und die syndromale Überlappung der verschiedenen funktionellen Störungen hat auch dazu geführt, dass die Unterteilung in verschiedene Syndrome angezweifelt wird und die Gemeinsamkeiten betont werden (siehe auch somatoforme autonome Funktionsstörung, Somatisierungsstörung):

  • im jungen Erwachsenenalter auftretend
  • lange Anamnese an körperlichen Beschwerden
  • multiple Beschwerden, die auch in ihrer Lokalisation wechseln können
  • kein organisches Korrelat, das die Beschwerden erklärt
  • häufig psychosoziale Beeinträchtigung

Differentialdiagnose

  • Differentialdiagnostisch kommen die jeweiligen Erkrankungen des Fachgebietes in Betracht.
  • Eine sorgfältige Abklärung ist wichtig, wiederholte Abklärungen ohne neuerliche Indikation können jedoch auch zur Chronifizierung beitragen.
  • Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist eine wichtige Grundlage für Diagnose und Therapie.
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Letztes Update:4 März, 2009 - 12:12